Gebirge berühren den Menschen. Sie faszinieren und verstören, begeistern und befremden. Im Verhältnis zur Dauer von Fels und Eis ist die Lust, sich dort aus freien Stücken zu bewegen, jung. Die Sammlung des Alpenverein-Museums präsentiert sich neu als vielfältige Geschichte von Höhen und Tiefs. Das Bergsteigen offenbart sich als Phänomen von Körper, Geist und Herz.
Mit dem Aufstieg des Alpinismus werden die unterschiedlichsten Menschen zu passionierten Geländegängern. Künstler, Wissenschaftler und Philosophen beschäftigen sich mit dem Berg und im Gebirge. Dort finden sie Motive, machen Experimente, verbinden mühsame Überwindung mit erfüllenden Höhenflügen. Dort gerät ersehntes Gipfelglück an die Tücken des Körpers und der Natur. "Mit den Füßen Denken" will Nietzsche. Mit den Lungen Fühlen geht damit einher.
Die Ausstellung veranschaulicht leibliche, mentale, emotionale Dimensionen des Berggehens und -steigens, gesäumt vom Wandern und vom Klettern. Zwölf Räume führen menschlichen Regungen und Handlungen entlang in die Welt von Mythen und Messungen, Abenteuer und Akribie, Fantasie und Fanatismus. Eine Auswahl der Bestände des Alpenverein-Museum findet sich ergänzt um Leihgaben aus internationalen Sammlungen.
Erstmals öffnet die Kaiserliche Hofburg zu Innsbruck revitalisierte Räume für eine Sonderausstellung dieser Größe und Dauer. Damit ermöglicht der Gastgeber eine unvermutete Kombination: Ein Besuch der Kaiserappartments lässt sich verbinden mit einem kulturhistorisch ausgerüsteten Ausflug über die Baumgrenze, der aus Lebensdokumenten und Alltagsgegenständen, Foto-, Film- und Videomaterial, Kunst- und Nachschlagwerken den frischen Wind des Hochgebirges wehen lässt.